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Präsentismus und Teamkultur: eine qualitative Befragung von Gesundheit- und Bürofachpersonen

  • Flurina Anna Klopfenstein
  • , Christoph Golz
  • , Ramona Linda Blättler
  • , Christian Eissler
  • , Karin Anne Peter

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikelBegutachtung

Abstract

Einleitung: Präsentismus – arbeiten, obwohl man krank ist – ist ein weit verbreitetes Phänomen, welches sowohl für Mitarbeitende als auch für Arbeitgebende negative Auswirkungen birgt. Betroffen sind insbesondere Gesundheitsfachpersonen (GfP) und aufgrund von Homeoffice zunehmend auch Bürofachpersonen (BfP). Die Teamkultur wurde in Zusammenhang mit Präsentismus bisher kaum erforscht. Ziele dieser Studie sind zu beschreiben, wie GfP und BfP ihre Teamkultur in Zusammenhang mit Präsentismus erleben und mögliche Unterschiede der Berufsgruppen festzuhalten.
Methode: Die Studie basiert auf einem qualitativ deskriptiven Design. Die Datenerhebung erfolgte mittels 16 halbstrukturierten Leitfadeninterviews, welche anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet wurden.
Ergebnisse: Sowohl GfP und BfP betrachten körperliche Beschwerden als zentrale Merkmale ihres Krankheitsverständnisses, wobei GfP häufiger die Auswirkungen auf die Arbeitsleistung betonen. Im Umgang mit Krankheitsabsenzen berichten GfP vermehrt von zusätzlichem Teamstress und vorwurfsvollen Reaktionen der Vorgesetzten, während BfP eher Desinteresse wahrnehmen. Beide Berufsgruppen sehen Präsentismus als problematisch an, unterscheiden sich jedoch in den Erwartungen an Arbeitsleistung und Durchhaltevermögen. GfP stehen unter stärkerem Druck durch Pflichtgefühl und Verantwortung gegenüber Patientinnen und Patienten, während BfP eher durch organisatorische Strukturen wie Homeoffice beeinflusst werden, was bei ihnen häufiger Schwierigkeiten bei der Abgrenzung zwischen Arbeit und Kranksein verursacht.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die Teamkulturen der GfP und BfP vom individuellen Krankheitsempfinden und den Organisationsstrukturen geprägt sind. Betrieblicher Handlungsbedarf besteht insbesondere in der Sensibilisierung von Präsentismus und der Entwicklung einer gemeinsamen Teamhaltung. Um zu verstehen, aus welchen Gründen Krankheitsursachen unterschiedlich akzeptiert werden, ist weitere Forschung notwendig.
OriginalspracheDeutsch
Seiten (von - bis)1-14
FachzeitschriftInternational Journal of Health Professions
Jahrgang2025
Ausgabenummer12
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2025

UN SDGs

Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung

  1. SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen
    SDG 3 – Gute Gesundheit und Wohlergehen

Schlagwörter

  • Präsentismus
  • Teamkultur
  • Gesundheitsfachperson
  • Bürofachperson

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