Abstract
Das Ausmaß arzneimittelassoziierter Probleme im Home-Care-Bereich ist wenig bekannt. Studien gehen davon aus, dass bis zu 30% der Patienten einem potenziellen Medikationsfehler ausgesetzt sind; 50% dieser Fehler entstehen beim Richten und Verabreichen. Um kritische Schritte im Medikationsprozess einer Home-Care-Organisation mit 1854 Klienten/Jahr zu identifizieren, wurde der Medikationsprozess durch direkte Beobachtung erfasst und 10% der Medikationslisten ausgewertet. Für die qualitative Evaluation wurden drei komplementäre Ansätze gewählt: Eine Analyse des internen Critical Incident Reporting System, eine Umfrage bei Spitexmitarbeitenden sowie eine strukturierte Fehler-, Möglichkeits- und Einflussanalyse. Die Analyse des Medikationsprozesses ergab 20 Einzelschritte. Die durchschnittliche Anzahl an Medikamenten pro Klient und Tag betrug 7,5 ± 3,5 mit 1 bis 9 Einzeldosen, die nicht in einem Wochendispenser gerichtet werden konnten. Insgesamt wurden 84 Fehler gemeldet, wovon 74% beim Richten geschahen. Die Kommunikation mit Ärzten, die Störung durch Klienten beim Richten sowie die Änderung der Arzneimitteltherapie durch den Arzt wurden als risikoreichste Prozessschritte identifiziert
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Seiten (von - bis) | 261-269 |
| Seitenumfang | 9 |
| Fachzeitschrift | Pflege |
| Jahrgang | 25 |
| Ausgabenummer | 4 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2012 |
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